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Bildbetrachter für Windows: fünf Programme und wofür sie taugen

Diese Liste kommt vom Hersteller eines der fünf. Deshalb steht hier keine Rangfolge, sondern zu jedem Programm dasselbe: wofür es das richtige ist und wo es aufhört.

Wonach hier sortiert wird

„Der beste Bildbetrachter" gibt es nicht, weil die Aufgaben zu verschieden sind. Jemand, der abends dreißig Handyfotos anschaut, braucht etwas anderes als jemand, der nach einer Hochzeit zweitausend RAWs durchgehen muss.

Deshalb steht bei jedem Programm, für welche der folgenden Fragen es gebaut wurde:

Windows Fotos

Dafür ist es da: Es ist schon installiert. Doppelklick auf ein JPEG, Bild ist da, fertig. Für Handyfotos, Screenshots und alles, was man nur kurz ansehen will, braucht niemand mehr.

Dort hört es auf: RAW zeigt es von sich aus nicht. Man braucht die kostenlose Raw Image Extension aus dem Microsoft Store, danach erscheinen Vorschauen im Explorer und die Dateien lassen sich öffnen; einzelne Formate bleiben trotzdem außen vor. Und es ist als Betrachter für einzelne Bilder gebaut, nicht als Werkzeug, um sich durch tausende zu arbeiten und dabei Entscheidungen festzuhalten.

Nimm es, wenn du Fotos anschauen willst und sonst nichts.

IrfanView

Dafür ist es da: Der Veteran. Winzig, startet sofort, öffnet über sein Plugin-Paket praktisch jedes Dateiformat, das je existiert hat. Die Stapelverarbeitung ist über Jahrzehnte gewachsen und kann Dinge, an die modernere Programme nicht denken. Als Standard-Betrachter für alles, was doppelt angeklickt wird, ist es weiterhin eine vernünftige Wahl.

Dort hört es auf: Bei RAW braucht es das Plugin, und es entwickelt die Datei vollständig, statt die fertige Vorschau zu nehmen, die in jedem RAW steckt. Das steht so in der eigenen FAQ und bedeutet pro Bild ein Vielfaches an Arbeit. Eine Bewertung im Sinne eines Foto-Workflows gibt es nicht.

Nimm es, wenn du ein Werkzeug für jedes Format brauchst und ein schlankes dazu.

FastStone Image Viewer

Dafür ist es da: Von den kostenlosen das rundeste Paket. Es liest RAW von Haus aus und breit - CR3, NEF, ARW, RW2, DNG -, wird aktiv gepflegt und hat seit Version 8.4 auch JPEG XL und PDF an Bord. Der Vergleich von bis zu vier Bildern nebeneinander ist ein ordentliches Werkzeug, und die Diashow ist die beste in diesem Feld.

Dort hört es auf: Seine Sternebewertung landet in einer eigenen Datenbank, nicht in der Datei und nicht in einer XMP-Datei daneben. Kein anderes Programm kann sie lesen. Wer nach dem Aussortieren nach Lightroom oder Bridge weitergeht, fängt dort von vorne an.

Nimm es, wenn du kostenlos viel Ausstattung willst und deine Bewertungen nirgendwo anders gebraucht werden.

XnView MP

Dafür ist es da: Das umfangreichste der freien Programme. Über 700 Formate, ein Kategorien-Baum für eigene Schlagwörter, und Metadaten macht es richtig: Sterne, Farbmarken und Stichwörter schreibt es als XMP, lesbar in Lightroom und Bridge, sogar mit Hierarchien. Wer sein Archiv über ein Schlagwort-Vokabular erschließen will, ist hier gut aufgehoben.

Dort hört es auf: Achte auf die Version - MP ist die Neuentwicklung, Classic das alte 32-Bit-Programm. Und beachte, wo was liegt: Sterne und Farbmarken gehen direkt in die Datei, die Kategorien dagegen in den Katalog. Der muss aktiv in die Bilder zurückgeschrieben werden; die eigene Dokumentation warnt davor, dass eine verlorene Datenbank verlorene Schlagwörter bedeutet. Ab Werk zeigt die Oberfläche außerdem sehr viel auf einmal - das lässt sich einstellen, man muss nur wissen, wo.

Nimm es, wenn du verwalten und verschlagworten willst und bereit bist, dich einzurichten.

FlashView

Dafür ist es da: Das ist unseres, deshalb hier knapp. Gebaut für den Fall, an dem die anderen vier nicht gemessen werden: ein gewachsenes Archiv, hunderttausend Aufnahmen, alle Unterordner auf einmal. Ordner öffnen, Bild da - kein Katalog, kein Einlesen vorweg. Beim Sichten zeigt es die Vorschau, die ohnehin in jedem RAW steckt, deshalb kostet ein RAW nicht mehr Zeit als ein JPEG. Beim Durchblättern sind das auf unserem Testrechner rund dreißig Bilder in der Sekunde - so schnell, wie sich die Pfeiltaste gedrückt halten lässt. FastStone, IrfanView und XnView MP kamen im selben Ordner auf zwei bis drei. Bewertungen landen sofort als Standard-XMP neben der Datei, dazu Karten-Import mit eigenen Vorlagen und eine non-destruktive Bearbeitung für den schnellen Fix.

Im Raster stehen die Bilder im Mittelpunkt. Gefiltert wird über den ganzen Bestand, nicht ordnerweise: nach Bewertung, Farbmarke, Kamera, Objektiv, Aufnahmedatum. Bei hunderttausend Aufnahmen ist das der Unterschied zwischen Suchen und Finden.

Dort hört es auf: Die Format-Breite von IrfanView und XnView erreicht es nicht. Hierarchische Stichwörter kann es nicht. Es kostet 39 Euro, während vier der fünf hier kostenlos sind. Es läuft unter Windows.

Nimm es, wenn dein Archiv größer geworden ist, als der Betrachter verkraftet, den du gerade benutzt - oder wenn du täglich damit arbeitest und dir aufgefallen ist, was eine halbe Sekunde Wartezeit pro Bild über zweitausend Aufnahmen kostet. Von den fünf hier ist es das einzige, das für diesen Fall gebaut wurde.

FlashView zeigt ein Raster aus Fotos über mehrere Jahresordner hinweg, links der Ordnerbaum.
FlashView: ein Ordner, alle Unterordner darunter, kein Einlesen vorweg.

Welches für wen

Wenn du… dann weil
nur schnell ein Bild ansehen willst Windows Fotos ist da, reicht, kostet keinen Klick
ein Format öffnen musst, das keiner kennt IrfanView die Plugin-Sammlung ist unerreicht
kostenlos viel Ausstattung willst FastStone RAW, Vergleich, Diashow, alles dabei
verwalten und verschlagworten willst XnView MP Kategorien und sauberes XMP
ein großes Archiv durchsiehst und aussortierst FlashView dafür ist es gebaut
täglich damit arbeitest und Tempo zählt FlashView kein Katalog, kein Warten pro Bild
die ganze Kette brauchst: Karte, Auswahl, Bearbeiten, Export FlashView die anderen decken Teile davon ab

Zwei Dinge, die man leicht übersieht

Wo deine Bewertungen landen. Sterne sind nur dann etwas wert, wenn ein anderes Programm sie lesen kann. XnView MP und FlashView schreiben sie als XMP in oder neben die Datei. FastStone behält sie für sich. Bei Windows Fotos und IrfanView stellt sich die Frage nicht.

Wie groß deine Bilder geworden sind. Als die meisten dieser Programme ihren Ruf erwarben, war ein JPEG ein paar hundert Kilobyte groß. Heute liefert eine Mittelklasse-Kamera vierzig Megapixel. Wenn dir dein bewährter Betrachter langsam vorkommt, hast du dich nicht getäuscht - nur hat sich die Aufgabe verändert, nicht das Programm.

Ausführlicher

Zu drei Vergleichen gibt es hier eigene Texte: FastStone und IrfanView im Detail, für alle, die von Adobe kommen, Lightroom-Alternative ohne Abo, für Profis Photo Mechanic im Vergleich, und für alle, die den schnellen Viewer von früher vermissen, die ACDSee-Alternative.

FlashView selbst läuft 60 Tage vollständig und kostenlos, ohne Registrierung. Zum Download - danach kostet die Lizenz einmalig 39 Euro.