FlashView

Vergleich

Lightroom-Alternative ohne Abo

Adobe bucht jeden Monat ab, solange du deine eigenen Bilder ansehen und bearbeiten willst. Die Frage ist nicht, ob Lightroom Classic gut ist - das ist es. Die Frage ist, wofür du es tatsächlich benutzt und ob dieser Teil ein Abo wert ist.

Wofür du Lightroom wirklich benutzt

Lightroom Classic ist zwei Programme in einem: eine Bildverwaltung mit Katalog und eine Dunkelkammer. Wer beides ausreizt - Masken, Retusche, Panoramen, Tethering, Buch- und Druckmodul - hat ein mächtiges Werkzeug und sollte dabei bleiben.

Nur sieht der Alltag bei vielen anders aus. Karte einlesen. Durch ein paar tausend Aufnahmen gehen. Die brauchbaren markieren, den Rest wegwerfen. Belichtung geraderücken, zuschneiden, vielleicht einen Look übertragen. Exportieren. Fertig.

Für genau diese Kette zahlst du ein Abo, das den ganzen Rest mitträgt. Und du zahlst es in einer zweiten Währung: Zeit.

Was der Katalog kostet

Bevor Lightroom ein Bild zeigt, will es importieren. Dateien in den Katalog aufnehmen, Vorschauen rechnen, Verweise anlegen. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern der Preis für alles, was der Katalog danach kann: Sammlungen, Stichwortsuche, Smart-Sammlungen über den gesamten Bestand.

Der Preis fällt trotzdem an, auch wenn du nur schauen willst. Und er fällt jedes Mal an.

Dazu kommt, was danach passiert - beim Blättern durch die Aufnahmen.

Wie lange ein einzelnes Bild braucht, hängt an zu vielem, als dass wir eine Zahl für deinen Rechner nennen könnten: Kameramodell, RAW-Größe, Datenträger, Vorschau-Einstellung, Bildschirmauflösung. Wir nennen deshalb keine. Was sich sagen lässt, ist, wie schnell sich Wartezeit multipliziert. Setz deine eigene Zahl ein:

Wartezeit pro Bildbei 2.000 Aufnahmenbei 10.000
0,3 Sekunden10 Minuten50 Minuten
0,5 Sekunden17 Minuten1 Stunde 23
1 Sekunde33 Minuten2 Stunden 47

Eine halbe Sekunde klingt nach nichts, und genau das ist die Falle. Sie fällt nicht am Stück an, das wäre erträglich - sondern in Portionen, tausendfach, jedes Mal während du gerade eine Entscheidung treffen willst. Das ist der Unterschied zwischen Arbeiten und Bedienen.

Deshalb ist in der Tabelle weiter unten das Tempo hoch gewichtet. Nicht weil schnell besser klingt, sondern weil es sich nachrechenbar summiert - mit welcher Zahl auch immer.

Vor all dem steht der Start. Auf unserem Testrechner, einem performanten Gerät mit viel RAM, vergingen vom Doppelklick bis zur Arbeitsfähigkeit von Lightroom Classic knapp zehn Sekunden. Das ist eine Beobachtung, keine Messreihe - auf deinem Rechner kann es schneller gehen oder langsamer. Schau es dir einmal selbst an.

Was FlashView an dieser Stelle anders macht

FlashView hat keinen Katalog. Du zeigst auf einen Ordner, und das Bild ist da. Auch wenn dort hunderttausend Fotos liegen, auch über alle Unterordner hinweg, ohne dass vorher irgendetwas eingelesen wird.

FlashView zeigt ein Raster aus Fotos über mehrere Jahresordner hinweg, links der Ordnerbaum.
Ein Ordner, alle Unterordner, kein Import. Links der Baum, rechts alles, was darin liegt.

Die Kette von oben deckt es vollständig ab:

Der Import-Dialog von FlashView mit Vorlagen für Zielordner und Dateinamen.
Import mit Vorlagen: Zielordner und Dateiname baust du dir aus Datum, Kamera und eigenen Bausteinen zusammen.

Zwei Dinge, die Lightroom gar nicht vorsieht

Durch den Bestand blättern. Lightroom kennt keinen Modus, in dem du einfach durch dein Archiv gehst. Was du sehen willst, muss vorher in den Katalog. Unterordner lassen sich beim Import mitnehmen, das ist richtig - aber Importieren ist kein Blättern. Du entscheidest vorher, was du überhaupt zu Gesicht bekommst.

FlashView dreht das um. Du zeigst auf den Ordner ganz oben und gehst durch alles, was darunter liegt. Wer sein Archiv nach Jahren sortiert hat, blättert damit durch zwanzig Jahre am Stück, ohne vorher zu entscheiden, welches Jahr er heute sehen will.

Wonach man tatsächlich sucht, steht ohnehin in den Dateien: Aufnahmedatum, Kamera, Objektiv, Brennweite, dazu deine Sterne und Farbmarken. Darauf lässt sich über den ganzen Baum filtern, bis von hunderttausend Aufnahmen die Handvoll übrig ist, die gemeint war. Dafür braucht es keine Datenbank, die vorher gefüttert werden will.

Der Bildbetrachter für den Alltag. Doppelklick auf eine Datei im Explorer, Bild ist da. Lightroom ist dafür nicht gebaut, und deshalb hatten viele jahrelang zwei Programme installiert: Lightroom für die Arbeit und einen schnellen Betrachter fürs Danebenher. FlashView ist beides.

Wo deine Bewertungen landen

Bewertungen, Farbmarken und Picks schreibt FlashView als Standard-XMP direkt neben die Datei. Sofort, nicht auf Zuruf.

Lightroom hält sie zunächst im Katalog. In der Datei stehen sie erst, wenn jemand daran denkt, Metadaten in Datei speichern auszulösen. Wer das vergisst - und vergessen wird es - findet Jahre später im Dateiarchiv einen Stand von vorgestern: Sterne im Katalog, nichts an der Datei. Und wenn der Katalog dann nicht mehr da ist oder nicht mehr öffnet, ist die Auswahlarbeit weg.

Bei FlashView ist der Stand in der Datei immer der aktuelle. Lesbar in Lightroom, Bridge und Capture One. Wenn du morgen zurückwechseln willst, ist deine Arbeit nicht eingesperrt.

Weil alles im Dateisystem liegt, braucht auch die Synchronisation keinen Umweg. Ein Ordner in Nextcloud, Dropbox oder OneDrive liegt ohnehin auf allen Geräten, und FlashView arbeitet direkt darin. Kein Upload in eine fremde Cloud, kein zweiter Bestand, der mit dem ersten abgeglichen werden will.

Dass eine Datei noch in der Cloud liegt und nicht auf der Platte, zeigt FlashView als kleines Wolkensymbol an. Wie viel davon tatsächlich geholt wird, bestimmst du: gar nichts, eine begrenzte Anzahl als Vorschau, oder alles. Wer ein Bild in der Lupe öffnet, bekommt es ohnehin geladen. So lässt sich ein Archiv durchsehen, das größer ist als die Platte, auf der du gerade sitzt.

Wo Lightroom bleibt

Hier hört der Ersatz auf, und das gehört vor den Kauf statt danach. FlashView kann nicht:

Wer eines davon regelmäßig braucht, ersetzt Lightroom nicht. Die ehrliche Frage ist, wie oft dich das trifft. Wer im Monat drei Bilder maskiert, zahlt dafür ein Jahresabo - und wartet den Rest der Zeit auf einen Katalog, den er für diese drei Bilder nicht bräuchte.

Der Bearbeiten-Modus von FlashView mit Reglern für Belichtung, Kontrast und Farbe neben dem Bild.
Bearbeiten ohne Programmwechsel: Regler, Looks, Zuschnitt. Non-destruktiv, das Original bleibt liegen.

Die Kriterien und ihre Gewichtung

Jeder Vergleich wählt Kriterien aus. Hier stehen unsere, mit der Begründung daneben.

Kriterium Lightroom Classic FlashView Warum so gewichtet
Bis zum ersten Bild Import und Vorschau-Aufbau Ordner öffnen, Bild da fällt in jeder Sitzung an
Große Bestände Katalog-Overhead 100.000+, echt rekursiv Wartezeit pro Bild multipliziert sich
Browsen im Bestand nicht vorgesehen, alles muss in den Katalog über den ganzen Baum, ohne Import wer sucht, weiß vorher nicht, wo es liegt
Filtern nach EXIF, Sternen, Farben über den Katalog, auch offline über den ganzen Baum, ohne Katalog Lightroom kennt zusätzlich Stichwörter und Gesichter
Als Windows-Bildbetrachter nein, braucht ein zweites Programm Doppelklick im Explorer spart ein Programm im Alltag
Karten-Import umfangreich gleich flexibel per Vorlagen, dazu schneller keine Vorschauen, die erst gerechnet werden
Bewerten und Aussortieren möglich, aber träge ein Tastendruck pro Bild der zeitintensivste Schritt
Bewertungen in der Datei im Katalog, erst auf manuellen Anstoß sofort als XMP neben der Datei entscheidet, was vom Archiv übrig bleibt
Grundentwicklung umfassend Regler, Looks, Zuschnitt deckt den Alltag, nicht den Sonderfall
Masken, Retusche, Merge ja nein hier gewinnt Lightroom klar
Auf mehreren Geräten nur gewählte Sammlungen, als 2560-px-Vorschau jeder Sync-Ordner, direkt im Dateisystem Classic lädt keine Originale in die Cloud
Bindung Katalog, Abo, Cloud Einmalkauf, kein Katalog, keine Cloud bestimmt, was ein Wechsel später kostet
Kosten laufend einmalig siehe Rechnung unten

Was es über drei Jahre kostet

Fair gerechnet, also auch mit dem günstigsten Weg zu Lightroom. Seit Adobe das kleine Foto-Abo mit 20 GB gestrichen hat, führt der Weg über das Abo mit 1 TB: 23,79 Euro im Monat, also gut 285 im Jahr. Über Händler-Codes geht es je nach Aktion deutlich günstiger - ein Jahrescode für rund 115 Euro ist real, wir haben einen gekauft. Ohne Aktion liegen die Codes eher zwischen 150 und 200 Euro.

Der Fairness halber: In diesem Abo steckt Photoshop mit drin. Wer den braucht, vergleicht ohnehin anders - dann ersetzt FlashView nur den Lightroom-Teil.

Wegpro Jahrüber drei Jahre
Foto-Abo (1 TB), Listenpreis bei Adobe285 €855 €
dasselbe über Händlerab rund 115 €ab rund 345 €
FlashViewentfällt39 € einmalig

Der eigentliche Unterschied ist nicht die Summe, sondern was danach passiert. Ein Abo endet, und mit ihm der Zugriff. Eine Lizenz läuft weiter.

Für wen sich der Wechsel lohnt

Ja, wenn du große Bestände durchsiehst und aussortierst, deine Bearbeitung selten über Belichtung, Zuschnitt und einen Look hinausgeht, unter Windows arbeitest und kein Abo willst.

Eher nicht, wenn du regelmäßig maskierst oder retuschierst, mit Stichwörtern und Sammlungen über den Gesamtbestand arbeitest, tetherst, oder deine Bilder auf dem Tablet weiterbearbeiten willst.

Eine Lücke bleibt dann trotzdem, und Lightroom füllt sie nicht: der schnelle Blick auf einen Ordner. Ein Bild per Doppelklick aus dem Explorer, ein Archiv durchblättern, ohne vorher zu importieren - dafür stand jahrelang ein zweiter Betrachter neben Lightroom. Diesen Platz kann FlashView einnehmen, ohne dass du an deinem übrigen Ablauf etwas änderst.

Wenn dich ein Sonderfall doch einmal erwischt: Deine Bewertungen und Markierungen liegen als Standard-XMP neben den Dateien, deine Originale sind unangetastet. Du kannst sie jederzeit woanders öffnen. Du musst nur nicht mehr jeden Monat dafür zahlen, dass du es könntest.

Selbst ausprobieren

FlashView läuft 60 Tage vollständig und kostenlos, ohne Registrierung. Der ehrlichste Test ist der eigene Bestand. Zum Download - danach kostet die Lizenz einmalig 39 Euro.