Vergleich
FastStone vs IrfanView - und eine schnellere Alternative
Beide sind gut, beide sind kostenlos, und viele benutzen sie seit fünfzehn Jahren. Spannend wird es, wenn dein Archiv wächst, RAW dazukommt - und deine Bewertungen das Programm überleben sollen.
FastStone oder IrfanView?
Kurz gesagt: IrfanView ist das schlanke Werkzeug für jedes Format, FastStone der bequemere Betrachter für Fotos. IrfanView startet in einem Wimpernschlag, wiegt fast nichts, öffnet über Plugins so gut wie jedes Format und bringt eine über Jahrzehnte gewachsene Stapelverarbeitung mit. FastStone liest RAW von Haus aus breit, wird aktiv gepflegt und stellt bis zu vier Bilder nebeneinander. Wer vor allem Fotos durchsieht, ist mit FastStone besser bedient, wer exotische Dateien öffnen oder umwandeln muss, mit IrfanView.
Beim Blättern liegen beide gleichauf, und beide sind für überschaubare Ordner gebaut. IrfanView lädt auf Wunsch Miniaturen aus allen Unterordnern, muss das aber bei jedem Ordnerwechsel neu anstoßen; FastStone blättert gar nicht über Unterordner. Für einen Ordner mit ein paar hundert Bildern reicht das. Für ein gewachsenes Archiv mit zehntausenden Aufnahmen braucht es ein Programm, das dafür gebaut ist - wie FlashView.
Der Unterschied beim Blättern
Wir haben FastStone, IrfanView, XnView MP und FlashView auf denselben Ordner losgelassen - dieselben JPEGs, derselbe Rechner - und gezählt, wie viele Bilder pro Sekunde beim Durchblättern durchlaufen:
| Programm | Bilder pro Sekunde |
|---|---|
| FastStone Image Viewer | 2 bis 3 |
| IrfanView | 2 bis 3 |
| XnView MP | 2 bis 3 |
| FlashView | rund 30 |
Dreißig Bilder in der Sekunde sind so schnell, wie sich die Pfeiltaste gedrückt halten lässt. Nachstellen kannst du das jederzeit selbst: derselbe Ordner, derselbe Rechner.
Short · YouTube
20 Jahre Fotos: scrollen und einzeln ansehen
Video ansehen →
Bei RAW wird der Abstand größer. IrfanView entwickelt jede RAW-Datei vollständig, statt die JPEG-Vorschau zu nehmen, die jede Kamera mitliefert - so steht es in der eigenen FAQ. FlashView zeigt beim Sichten diese eingebettete Vorschau und ist damit bei RAW so schnell wie bei JPEG. Für die Entscheidung, ob ein Bild scharf ist und die Augen offen sind, reicht sie vollkommen.
Und FlashView ist auf Größe gebaut: Du öffnest den obersten Ordner und blätterst durch alles darunter, auch bei hunderttausend Aufnahmen, ohne vorher etwas einzulesen.
Wo deine Bewertungen landen
FastStone lässt dich Sterne vergeben, speichert sie aber in seiner eigenen Datenbank (%LOCALAPPDATA%\FastStone\FSIV\FSIV.db) und nicht in der Datei. Prüfen kannst du das in einer halben Minute: Bewertung vergeben, FastStone schließen, im Explorer Rechtsklick aufs Bild, Eigenschaften, Details - dort steht nichts. Deine Auswahl existiert nur, solange dieses Programm auf diesem Rechner läuft. Und verschiebst du Dateien mit FastStone, bleiben vorhandene XMP-Dateien im alten Ordner liegen.
IrfanView hat gar keine Bewertung im Sinne eines Foto-Workflows. Die Ausnahme unter den kostenlosen ist XnView MP, das Sterne und Farbmarken sauber als XMP schreibt.
FlashView schreibt Sterne, Farbmarken und Pick/Reject sofort als Standard-XMP neben die Datei, lesbar in Lightroom, Bridge und Capture One. Bewertet wird mit einem Tastendruck, einzeln oder für die ganze Auswahl, und gefiltert über den ganzen Bestand nach Bewertung und EXIF.
Der schnelle Fix ohne Programmwechsel
Zuschneiden und drehen können FastStone und IrfanView auch, nur schreiben sie das Ergebnis ins Bild - das Original ist danach weg. FlashView bearbeitet non-destruktiv: geraderücken, zuschneiden, Belichtung nachziehen, einen Look über die Serie legen, und jede Änderung lässt sich zurücknehmen.
Dazu kommt das Unkenntlichmachen: Kennzeichen oder Gesichter schwärzt oder verpixelst du direkt beim Sichten, bevor das Bild rausgeht. Und der Import von der Speicherkarte legt Zielordner und Dateinamen nach deinen eigenen Vorlagen an.
Im Vergleich
| Kriterium | FastStone / IrfanView | FlashView |
|---|---|---|
| Bilder pro Sekunde beim Blättern | 2 bis 3 | rund 30 |
| RAW beim Sichten | FastStone gut, IrfanView entwickelt voll | so schnell wie JPEG |
| Sehr große Archive | für kleinere Ordner gebaut | auf 100.000+ ausgelegt |
| Bewertungen in der Datei | eigene Datenbank bzw. keine | Standard-XMP, sofort |
| Non-destruktiv bearbeiten | nein, schreibt ins Bild | Original bleibt unangetastet |
| Schwärzen und Verpixeln | nicht dafür gebaut | direkt beim Sichten |
| Format-Breite | sehr groß, Plugins | die gängigen RAW, JPEG, HEIC, PSD |
| Preis | kostenlos | einmalig, kein Abo |
Für wen sich der Wechsel lohnt
Bleib beim Kostenlosen, wenn du überschaubare Ordner durchsiehst, kein RAW fotografierst und nicht systematisch aussortierst - oder regelmäßig exotische Formate öffnest.
Der Wechsel lohnt, wenn dein Archiv gewachsen ist, du RAW fotografierst und deine Bewertungen auch außerhalb des Programms ankommen sollen. FlashView ist ein Einmalkauf, ohne Abo und ohne Folgekosten - so viel wie einmal essen gehen mit einem Glas Rotwein.
Beides schließt sich nicht aus: IrfanView für jede exotische Datei, FlashView für das Archiv und die Auswahl.
Selbst ausprobieren
FlashView läuft 60 Tage vollständig und kostenlos, ohne Registrierung. Der ehrlichste Test ist der eigene Bestand. Zum Download - danach ein Einmalkauf, kein Abo.