FlashView

Vergleich

Photo-Mechanic-Alternative für Windows

Wer Photo Mechanic benutzt, muss nicht überzeugt werden, warum schnelles Sichten zählt. Zwei Fragen bleiben trotzdem offen: was es inzwischen kostet - und ob du für die kleine Korrektur immer noch ein zweites Programm öffnen willst.

Was Photo Mechanic richtig macht

Es ist der Maßstab, und das aus gutem Grund. Karte rein, Bilder da, mit der Pfeiltaste durch und mit einer Taste entscheiden - Photo Mechanic hat diese Arbeitsweise erfunden und über zwanzig Jahre geschliffen. In Sport- und Presseredaktionen ist es gesetzt, weil es unter Zeitdruck nicht wackelt.

Dazu kommt eine Metadaten-Maschinerie, die in dieser Tiefe sonst niemand hat: IPTC-Vorlagen, Code Replacements, Variablen, die beim Import Bildunterschriften aus Kürzeln zusammensetzen. Wer täglich hundert Bilder mit korrekter Beschriftung an eine Redaktion liefert, arbeitet damit schneller als mit allem anderen.

An diesem Punkt tritt FlashView nicht an. Dieser Artikel handelt von den beiden anderen.

Was sich beim Preis geändert hat

Camera Bits bietet Photo Mechanic inzwischen als Abo oder als Dauerlizenz an. Das Standard-Abo liegt bei 149 Dollar im Jahr, die Plus-Variante mit Bilddatenbank bei 249; als Dauerlizenz kostet Plus 399 Dollar, monatlich sind es knapp 25.

Zwei Details daran sollte man kennen, bevor man sich entscheidet. Beim Abo endet der Zugriff mit der Kündigung - das Programm läuft dann nicht mehr. Deine Metadaten bleiben in den Dateien, die sind nicht verloren, aber öffnen kannst du sie damit nicht mehr. Und die Dauerlizenz bekommt ein Jahr lang Updates, danach läuft sie weiter, bleibt aber stehen.

FlashView kostet 39 Euro, einmalig. Kein Abo, keine Folgekosten. Das ist eine andere Größenordnung, und es ist der erste der beiden Gründe, aus denen Leute hier landen.

Der zweite Grund: das Bearbeiten

Beim Anzeigen machen beide dasselbe: Sie zeigen die JPEG-Vorschau, die in jedem RAW steckt, statt die Datei zu entwickeln. Deshalb sind beide beim Durchblättern schnell, und deshalb entscheidet an dieser Stelle nichts.

Der Unterschied kommt danach. Photo Mechanic entwickelt keine RAWs - das ist keine Lücke, sondern Absicht. Nach dem Aussortieren geht es zwingend woandershin.

Für die große Entwicklung ist das richtig so. Für den kleinen Eingriff nicht. Der Horizont steht schief. Ein Kennzeichen muss raus. Ein engerer Ausschnitt wäre besser. Über die Serie soll derselbe Look liegen. Dafür Lightroom zu starten, ist ein Programmwechsel für dreißig Sekunden Arbeit.

FlashView macht diese Eingriffe an Ort und Stelle, non-destruktiv: Das Original bleibt liegen, jede Änderung lässt sich zurücknehmen. Zuschneiden, geraderücken, Belichtung nachziehen, schwärzen, verpixeln, einen Look übertragen. Bei JPEG genauso wie bei RAW.

Beim Bearbeiten geht es dann tatsächlich an die RAW-Daten, nicht an die Vorschau. Was in den Lichtern und Tiefen an Reserve steckt, steht damit zur Verfügung - dafür ist ein RAW schließlich da. Gesichtet wird weiter über die schnelle Vorschau; entwickelt wird aus dem, was die Kamera wirklich aufgezeichnet hat.

Der Bearbeiten-Modus von FlashView mit Reglern für Belichtung, Kontrast und Farbe neben dem Bild.
Der schnelle Fix ohne Programmwechsel. Non-destruktiv, das Original bleibt unangetastet.

Nebeneinander statt entweder-oder

Wer von Photo Mechanic kommt, denkt ohnehin in zwei Programmen: eins zum Aussortieren, eins zum Entwickeln. Diese Aufteilung muss niemand aufgeben.

Bewertungen, Farbmarken und Picks schreibt FlashView als Standard-XMP direkt neben die Datei - dieselbe Sprache, die Photo Mechanic spricht, lesbar in Lightroom, Bridge und Capture One. Wer aus FlashView weitergeht, findet seine Auswahl dort vor. Über den PSD-Roundtrip lässt sich ein Bild an Photoshop übergeben und bearbeitet zurückholen.

Der Unterschied ist also nicht, dass du dich entscheiden musst. Er ist, dass du für den Alltagsfall gar nicht mehr wechselst - und für den Rest weiterhin kannst.

Wo Photo Mechanic vorn bleibt

Die Kriterien und ihre Gewichtung

Kriterium Photo Mechanic FlashView Warum so gewichtet
Sichten und Aussortieren der Maßstab dafür gebaut beide stark, hier entscheidet nichts
Metadaten-Tiefe IPTC-Vorlagen, Variablen nicht auf diesem Niveau Photo Mechanic gewinnt klar
Bewertungen als XMP ja ja, sofort beide sprechen dieselbe Sprache
Bearbeiten an Ort und Stelle nein, bewusst nicht non-destruktiv spart den Programmwechsel im Alltag
Katalog über Offline-Medien in der Plus-Variante nein wer archiviert, braucht es
Deutschsprachige Oberfläche nein, nur Englisch ja zählt beim Einstieg und im Team
Kosten 149 bis 399 Dollar, teils laufend 39 Euro einmalig siehe unten
Was passiert, wenn du aufhörst zu zahlen Abo endet, Programm auch Lizenz läuft weiter betrifft nur die Abo-Variante

Was es über drei Jahre kostet

Wegpro Jahrüber drei Jahre
Photo Mechanic, Abo149 $447 $
Photo Mechanic Plus, Abo249 $747 $
Photo Mechanic Plus, Dauerlizenz399 $ einmalig399 $
FlashViewentfällt39 € einmalig

Die Dauerlizenz ist dabei der faire Vergleich: einmal zahlen gegen einmal zahlen. Auch dort liegt der Faktor bei rund zehn.

Für wen sich der Wechsel lohnt

Bleib bei Photo Mechanic, wenn du für Redaktionen lieferst und die Metadaten-Maschinerie brauchst, wenn dein Team damit arbeitet, oder wenn dir der Katalog über Offline-Medien wichtig ist.

Sieh dir FlashView an, wenn du im Wesentlichen sichtest und aussortierst, deine Beschriftung über Copyright und ein paar Stichwörter selten hinausgeht, und dich der Programmwechsel für jeden schiefen Horizont stört. Dass FlashView auf Deutsch läuft, ist für manche der Punkt, an dem sie überhaupt erst anfangen - Photo Mechanic gibt es nur auf Englisch.

Photo Mechanic bietet 30 Tage Test ohne Zahlungsdaten, FlashView 60 Tage. Beide auf demselben Ordner laufen zu lassen kostet einen Nachmittag und beantwortet die Frage besser als jeder Vergleichstext, dieser eingeschlossen.

Selbst ausprobieren

FlashView läuft 60 Tage vollständig und kostenlos, ohne Registrierung. Zum Download - danach kostet die Lizenz einmalig 39 Euro.